thinktank Politikbrief
Forschung schafft Wohlstand – Neues Wachstum bringen erst Innovationen
von Dr. Christian Ege
Wir haben forschungsstarke Hochschulen und Institute und dennoch verrotten zu viele gute Ideen aus der öffentlich geförderten Forschung im Schrank von Studenten und Wissenschaftlern, die ihr Glück im nächsten Projekt oder in der Wirtschaft suchen (müssen). Sie erkennen erst spät, dass der Staat Förderer, nicht aber ihr Kunde ist. Umgekehrt scheuen viele Mittelständler staatliche Innovationsprogramme wegen der Förderbürokratie und Hochschulkooperationen, weil manche Innovationen bis zuletzt geheim bleiben müssen. Die Schnittstellen der öffentlich finanzierten Wissenschaft und Forschung und den mittelständischen und großen Unternehmen müssen durchlässiger werden. Wenn private Forschungs- und Entwicklungsleistungen steuerlich gefördert, Forschungskosten in der Handelsbilanz aktiviert werden dürfen, kann Förderbürokratie entfallen und Unternehmen können nach Bedarf Forschungspartner direkt beauftragen. Finanzierungsvorschlag: Reduzierung der Innovationsförderprogramme. Außerdem brauchen die Hochschulen endlich einen ausreichenden Kapitalstock, den sie nur investieren dürfen, um ihr Wissen und ihre Technologien zu vermarkten. Somit entstünden Einnahmen für die Zukunft – samt Vermarktungseinheiten, die für diese Erfolge arbeiten. Denn Innovation entsteht, wenn gute Ideen Werte schaffen und nicht, weil Förderbedingungen bestmöglich erfüllt werden.
Dr. Christian Ege verantwortet seit 2001 die Innovationsstrategie des Saarlandes, die auf Strukturwandel und Wachstum durch Innovation setzt. Der Quereinsteiger ist seit 2004 Staatssekretär des Ministeriums für Wirtschaft und Wissenschaft, Saarland.
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