thinktank Politikbrief
Wie kann Deutschland in Europa zu mehr Innovation und Wachstum beitragen?
von Ann Mettler
Wenn es um Innovationen, Erneuerung und Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Ideen geht, hat man in Brüssel keine allzu großen Erwartungen an Deutschland, sind es doch immer andere Länder (z.B. Finnland oder Niederlande), die ein Mehr an Innovationen nicht nur predigen, sondern auch bereit sind umzusetzen. Jetzt ist es an der Zeit, dass auch
Deutschland handeln muss. Nach vier Jahren Große Koalition und mitten in der globalen Wirtschaftskrise können wir es uns nicht mehr erlauben, uns auf längst vergangene Lorbeeren auszuruhen. Innovation und Nachhaltigkeit müssen die Leitmotive der kommenden Jahre sein. Das heißt: Innovation muss viel breiter aufgestellt sein und als
gesellschaftliche Erneuerung verstanden werden. Innovationen sind ein Prozess, der Lösungen für aktuelle und zukünftige Herausforderungen vorgibt.
Das bedeutet erstens, dass Innovationen nicht nur im Privatsektor stattfinden sollten, sondern auch und gerade im öffentlichen Sektor, der nicht nur in Deutschland, sondern europaweit dringend modernisiert werden muss. Zweitens – und hier hat Deutschland in der Vergangenheit Führungsstärke bewiesen – brauchen wir ein neues Verständnis von Nachhaltigkeit, ein Begriff der zu Recht volle Akzeptanz genießt, wenn es um Umweltschutz und Ökologie geht. Leider aber wird das Prinzip der Nachhaltigkeit viel zu selten auf andere Politikfelder übertragen, sei es bei sozialen Sicherungssystemen oder öffentlichen Finanzen. In einer Zeit, in der 20 von 27 EU- Mitgliedern den Stabilitäts- und Wachstumspakt verletzen, muss Deutschland dringend eine Vorreiterrolle spielen, um Europa wieder auf solide und zukunftsweisende Staatsfinanzen zu fokussieren.
Ann Mettler ist Mitbegründerin und geschäftsführende Direktorin der in Brüssel ansässigen Denkfabrik The Lisbon Council , www.lisboncouncil.net.
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