thinktank Politikbrief

Wie schaffen wir eine langfristige Energiestrategie?

Andreas Kießling

von Andreas Kießling

Klimaschutz, Wohlstand, Lifestyle, Sicherheit: Energie zählt zu den  entscheidenden Zukunftsfragen. Die polarisierenden Debatten der  Vergangenheit helfen aber auf dem Weg in eine sichere und  wirtschaftliche und gleichzeitig klimafreundliche Energieversorgung  nicht weiter. Angesichts der Herausforderungen ist eine langfristige  Strategie heute notwendiger denn je. Diese bedarf aber einer breiten  gesellschaftlichen Akzeptanz. Dazu ist eine Versachlichung der Debatte  der erste wichtige Schritt. Nicht hysterische Warnungen vor angeblich  unverantwortbaren Risiken, nicht das Preisen  unbelegbarer Heilsvisionen, nicht das Schüren vermeintlicher  Gegensätze, sondern das pragmatische Abwägen von Vor- und Nachteilen,  das Zusammenführen positiver Aspekte verschiedener Ansätze und das  Entwickeln von realistischen Zeitplänen führt auf dem Weg zu einer  Energiewende weiter. Das Fundament dafür ist ein sachlich fundiertes,  gemeinsames Verständnis über wirtschaftliche und technische  Grunddaten in der Energiepolitik. Gelingt dies nicht, wird Einigkeit  weiterhin nur im Protest gegen ein geplantes Kohlekraftwerk, gegen  einen entstehenden Windpark oder gegen eine projektierte geothermische  Bohrung in der eigenen direkten Nachbarschaft bestehen. Doch auf eine  Koalition der Ablehnung kann man keine zukunftsfeste Energieversorgung  aufbauen.

Andreas Kießling ist Politikwissenschaftler und arbeitet bei E.ON Energie. Gemeinsam mit Thomas Kästner ist er Mitherausgeber des vor kurzem erschienenen Buchs „Energie in 60 Minuten. Eine Reiseführer durch die Stromwirtschaft.“, VS Verlag 2009.

Kommentare

16.11.2009 11:36

Lieber Herr Baumer,

E.ON hat in den letzten Jahren in der Tat einen Strategiewechsel hin zu "grünen" Energien vollzogen. Wir haben eine eigene Gesellschaft "E.ON Climate and Renewables" gegründet, die bis 2011 7 Mrd. Euro investieren wird.

Der E.ON-Erzeugungsmix umfasste 2008 13% Erneuerbare und wird 2015 18% umfassen. Zielmarke 2030 ist 36%. Dabei ist zu beachten, dass sich diese Zahlen nicht auf Deutschland beziehen, sondern über alle internationalen Märkte gelten.

09.11.2009 19:10

Das klingt nicht schlecht Herr Kießling, aber lassen Sie Ihren Worten doch einmal Fakten und Taten folgen.
Deutschland produziert mittlerweile 15% seines Stromes aus Erneuerbarer Energie. Wie hoch ist der Anteil von E.ON in Deutschland?

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